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OpenOffice 3.0 Beta – Mac-User willkommen!

Neidisch mussten wir Mac-User der OpenOffice-Entwicklung für Windows und Linux zuschauen. Während die anderen Betriebssysteme mit aktuellen Versionen versorgt wurden, mussten wir uns mit unhandlichen X11-Konstrukten, wackligen Developer-Snapshot-Versionen oder zähen Java-Portierungen begnügen. Seit der Veröffentlichung von OpenOffice 3.0 Beta am 15. Juli 2008 ist dieser Zustand vorbei!

Endlich gibt es eine aktuelle und voll funktionsfähige Office-Alternative im original Mac-Aqua-Interface. Ok, das obere Ende der Interface-Gestaltung markiert sie nicht gerade – aber sie funktioniert, wie man es von einem Mac-Programm erwartet. Und sie funktioniert gut: sämtliche MS-Office-Dateien konnte ich (nahezu) verlustfrei öffnen und wieder speichern, Word-Dokumente mit komplexen Formatvorlagen, Excel-Dateien mit anspruchsvollen Funktionen und Powerpoint-Präsentationen ließen sich in OO problemlos weiterbearbeiten. In NeoOffice ist mir dies nicht immer gelungen.

Bedenkt man die Bedeutung, die ein Office-Paket im Arbeitsalltag der meisten Mac-User haben dürfte, komme ich nicht umhin zu sagen: dies ist ein Meilenstein auf dem Weg zum komplett kostenlos ausgestatteten Mac! Deshalb bekommt OpenOffice auch einen Ehrenplatz in meiner kostenlosen Software-Grundausstattung.

Systemvoraussetzungen: OSX 10.4 (Intel oder PowerPC)
Download: OpenOffice 3.0 Beta 2 (de), (en), (BitTorrent)
Lizenz:  OpenSource

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Songbird – OpenSource-Alternative zu iTunes

Songbird ist ein Open-Source-Audioplayer auf Mozilla-Basis, der sich inzwischen zu einer erstzunehmenden Alternative zu iTunes gemausert hat.

Get Songbird

Auch wenn Songbird in erster Linie ein Browser ist – Firefox-User werden sich sofort zuhause fühlen – sieht es aus wie ein (dunkelgrauer) Clone von iTunes. Die Darstellung der Medienbibliothek (die man natürlich aus iTunes importieren kann) ist nahezu identisch.

Im aktuellen Developer-Preview in der Version 0.4 läuft der Player stabil und bietet einige Features, die iTunes nicht hat, und sicher auch nie bieten wird. Songbird folgt nämlich nicht nur technisch dem Gedanken freier Software, es unterstützt auch sehr elegant das Browsen, Downloaden und Abspielen frei zugänglicher MP3-Songs.

Besucht man eine Seite, auf der MP3-Songs verlinkt sind (wie z.B. das unbedingt lesens- und hörenswerte Musik-Blog nicorola.de ), werden diese ausgelesen und als kleine Playliste am Fuß des Fensters angezeigt. Von dort kann man sie entweder direkt abspielen oder herunterladen und der eigenen Bibliothek hinzufügen. Sehr praktisch: man kann auch so genannte Abonnements speichern, die festgelegte Seiten regelmäßig nach neuen Titeln durchsuchen.

Zwei kleine Problemchen halten mich noch vom endgültigen Umzug ab. Die Anbindung an Last.fm ist etwas unstabil, das Scrobbeln über das einzig verfügbare Plugin läuft noch etwas unkomfortabel und leider auch unzuverlässig. Und: aktuell verwende ich iTunes mit zwei verschiedenen Bibliotheken, ein Trick den Songbird noch nicht beherrscht.

Wer Last.fm mit dem schwarzen Interface verwendet, wird verblüfft sein, wie nahtlos es sich ins Songbird-Design einfügt. Hier wächst (zumindest optisch) zusammen, was zusammen gehört. In diesem Sinne fehlt eigentlich nur noch eine richtig gute technische Verbindung. So werden z.B. die bei Last.fm angebotenen kostenlosen MP3s komischerweise nicht wie oben beschrieben angezeigt.

Spannend auch: da sich Songbird – genau wie Firefox – mit Add-Ons und Themes (hier liebevoll „Feathers“ genannt) aufrüsten lässt, hat sich eine lebendige Community rund um das Vögelchen gebildet, in der man neben technischen News auch den ein oder anderen musikalischen Tipp erhält.

Systemvoraussetzungen:  OS X 10.4
Download: Songbird 0.4 Developer Release
Lizenz: OpenSource