Archiv der Kategorie: Freeware

Ist Shareware besser als Freeware?

Heute wird ein Prinzip über den Haufen geworfen: habe ich doch bisher konsequent nur kostenlose Software besprochen. Dennoch habe ich (heimlich) auch hier und da mal einen Blick auf Shareware-Programme geworfen…

Zuerst mit dem letzten MacHeist-Bundle und nun mit dem Discount-Angebot von Binarynights haben Shareware-Programme Einzug auf meinem MacBook gehalten, die mich nachdenklich machen: bekomme ich bei einer bescheidenen Lizenzgebühr vielleicht deutlich bessere Software?

Espresso – der elegante Texteditor

espresso-icon

Im Rahmen des letzten MacHeist-Bundle habe ich mir den Texteditor Espresso installiert – und er gefährdet meinen bisherigen Favoriten Textwrangler. Nicht, dass er so viel besser wäre – die Suchfunktionen z.B. sind im Vergleich noch unterentwickelt – aber das Look & Feel ist derart schick, dass selbst dröger Quellcode und dessen Bearbeitung zum Augenschmaus wird.

espresso

Dem Programm sieht man einfach an, dass es mit Liebe entwickelt wird. Und gerade als Mac-User ist mir ein schönes, intuitives Interface mehr wert als ein Feature-strotzendes Superprogramm.

Forklift – der geniale Dateimanager

forklift-icon

Ein Programm, das schon lang auf meiner Liste stand – und jetzt im Rahmen des Discounts (9,95$ statt heftiger 49,95$) beschafft wurde – ist der Dateimanager Forklift. (Dank an Macmind.de für den Hinweis via Twitter)

Dieses Programm kann in punkto Datei-Handling all das, was der Finder leider nicht kann. Mit seinem Zwei-Spalten-Layout und raffinierten Tastaturbefehlen (die älteren unter uns erinnern sich an den Norton Commander) bietet es unschlagbar schnelle Datei-Transaktionen zwischen lokalen Volumes, Fileservern und entfernten Servern via Bonjour, FTP etc. (Sogar direkt zwischen zwei FTP-Servern)

ForkLift

Mit einer Sync-Funktion, einer Funktion zum Löschen von Programmen inklusive aller dazugehörigen Systemdateien sowie einem Umbenennungstool werden auf einen Schlag folgende alt gedienten Programme bei mir arbeitslos:

  • der FTP-Client Cyberduck
  • das Backup-Tool arRsync (das mich übrigens hervorragend nach meinem letzten Festplatten-Crash gerettet hat)
  • der Programm-Löscher AppCleaner und
  • der Finder (ähm, geht ja nicht…)

All dies in einem Tool – da sind knappe 9 Euro wirklich kein Geld… Nicht zu vergessen: auch Tweetie und Eventbox kosten Geld und überzeugen durch schöne Gestaltung.

Wie haltet Ihr es, liebe Leser? Habt Ihr Shareware bzw. kostengünstige, lizenzpflichtige Software im Einsatz? Welche Programme sind besser als Ihre kostenlosen Pendants? Ist die konsequente Beschränkung auf kostenlose Software ein Irrweg – auch für dieses Blog?

(Ja, lieber Christian, ich werde mir mal Launchbar anschauen… ;) )

ClipMenu – Zwischenablage deluxe

Seit langem habe ich meine Zwischenablage durch das praktische Jumpcut erweitert. Mit ClipMenu von Naotaka Morimoto habe ich nun allerdings seit einiger Zeit eine Clipboard-Erweiterung im Einsatz, die einiges mehr bietet.

clipmenu-icon

Das Prinzip ist ähnlich simpel wie bei Jumpcut: durch eine zusätzliche Tastenkombination – z.B. „Ctrl + Apfel + V“ kann ich nicht nur den letzten kopierten Inhalt einfügen, sondern aus der Clipboard-Historie auswählen. Bei ClipMenu funktioniert das via PopUp-Menü, aus dem ich mittels Tastendruck oder Mauseinsatz den gewünschten Eintrag wähle. Alternativen Zugriff bietet ein Menüleisten-Symbol.

ClipMenu

ClipMenu verwaltet dabei nicht nur reinen Text, sondern auch andere Inhaltstypen. Bilder werden dabei sogar als Thumbnails im Menü angezeigt. Dies alles ist konfigurierbar.

clipmenu-Type

Das ist aber noch nicht alles: eine integrierte, gut konfigurierbare Verwaltung von Text-Snippets erspart einem eventuell ein zusätzliches Snippet-Programm.

clip-menu-snippets

Und ein besonderes Feature ist die Möglichkeit, „Aktionen“ zu hinterlegen, die vor dem Einfügen des ausgewählten Eintrags ausgeführt werden können. So kann man z.B. Texte vorher umformatieren. Neue Aktionen können vom Benutzer u.a. in Javascript geschrieben werden.

ClipMenu ist eine Anwendung ganz nach meinem Geschmack: unaufdringlich im Hintergrund werkelnd, aber mit dem Potential, die Produktivität gewaltig zu steigern.

Systemvoraussetzungen: OSX 10.5
Download: ClipMenu 0.3.4
Lizenz: Freeware

Twittern unter OS X – 12 kostenlose Clients im Vergleich

Mit dem anhaltenden Twitter-Boom werden laufend neue Desktop-Clients veröffentlicht, die das Zwitschern komfortabler machen sollen. Die Vielfalt ist so groß, dass ich hier einen Vergleichstest wage.

twittericons

Um die Auswahl überschaubar zu halten, habe ich mich auf native Clients beschränkt, wenn es auch im Bereich Java- bzw. Air-basierter Programme noch durchaus weitere konkurrenzfähige Produkte gäbe… Das Dutzend Die dreizehn Programme sind: Bluebird, Canary, Lounge, Nambu, NatsuLion, Pwitter, Scalaris, Syrinx, Tolotl, Tweetie, Twitter Studio und Twittia. (+ Update 21.04.2009: Twitterific)

Auswahl und Bewertung

Ein lokales Programm soll mir mehr bieten als der  Webzugang über die Twitter-Seite. Deshalb waren mir folgende Features – über das reine Twittern hinaus – bei der Auswahl und Bewertung besonders wichtig:

  • Integrierte Twitter-Suche (Freitext, User, Hashtags), am besten speicherbar
  • Integrierter Link-Verkürzer, idealerweise mit Auswahl aus verschiedenen Anbietern und Einbindung eines persönlichen Accounts
  • Integrierter Bilder-Upload zu Twitpic o.ä., am besten mit eigenem Account
  • Verwaltung mehrerer Twitter-Accounts
  • Bildung von Gruppen aus mehreren Friends

Um es kurz zu machen: keiner der 12 Kandidaten kann alles – aber vier von Ihnen können einiges. Diese sollen zuerst vorgestellt werden. Ein vollständiger Feature-Vergleich findet sich am Ende des Beitrags.

Tweetie – der Nagelneue

tweetie-icon

Heute veröffentlicht, setzt sich Tweetie gleich an die Spitze des Feldes. Das Interface ist absolut State-of-the-Art, die Feature-Liste nahezu komplett und der Ansatz, mit (diskreten) Werbeeinblendungen eine kostenlose Variante anzubieten, durchaus ok. In der Vollversion kostet Tweetie $ 19,95 (bis zum 4. Mai Einführungspreis von $ 14,95).

tweetie
Tweetie: feinstes Interface, praktische Multiuser-Verwaltung

Zum vollkommenen Glück fehlt nun nur noch die Möglichkeit, Gruppen zu bilden und bestehende Accounts bei URL- oder Bilderdiensten zu verwenden.

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5
Download: Tweetie 1.0.1
Lizenz: Shareware $19,95 (kostenlose Version mit Werbeeinblendungen verfügbar)

Lounge – der Elegante

lounge-icon

Lounge ist für mich vom Interface her der zweitbeste der kostenlosen Twitter-Clients. Man merkt ihm an, dass eine parallele iPhone-Version entwickelt wurde. Leider fehlen (noch) URL-Verkürzer und ein integrierter Bilder-Service wie Twitpic. Sehr schön: Twitpics werden als Thumbnails in den Tweets angezeigt

lounge
Lounge: feines Interface, elegantes Handling, integrierte Twitpics

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5
Download: Lounge Beta 0.41 (läuft am 1.7.09 ab)
Lizenz: unbekannt, aktuell kostenlose Beta

Nambu – der Vollständige

nambu-icon

Nambu bietet den größten Funktionsumfang. Neben einer Verwaltung mehrerer Accounts und der Zusammenfassung von Friends zu Gruppen (wie bei Tweetdeck) bietet er auch die Möglichkeit, andere Microblogging- und Ping-Dienste wie Friendfeed, identic.ca und Ping.fm einzubinden. Integrierte Linkverkürzung erfolgt via tr.im, Bilder können über pic.im eingebunden werden. Eine Besonderheit: Replies werden als Thread dargestellt.

nambu
Nambu – Sidebar wie iTunes, leichte Darstellungsfehler (Tweetanzahl)

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5
Download: Nambu 1.1.6
Lizenz: Freeware

Bluebird – einfacher Multi-Account-Client

bluebird-icon

Bluebird von 13pt bold ist der einfachste Client, der Multi-Accounts unterstützt, hat ein sehr aufgeräumtes Interface und kann mit verschiedenen Themes versehen werden. Diese basieren auf HTML/CSS und können auch selbst gestaltet werden. Sehr schick ist die gefilterte Ansicht der Direct Messages.

bluebird
Bluebird: klares Interface

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5 (?)
Download: Bluebird 1.o Beta 1
Lizenz: ???

Twittia und Twitter Studio – die Kompletten für einen Account

twittia-icon twitter-studio-icon

Von den verbliebenen acht Clients bieten nur zwei ein ähnlich großes Funktionsspektrum wie die oben genannten. Wer viel mit Hashtags und (gespeicherten) Twitter-Suchen arbeitet, ist mit Twittia gut bedient. Twitter Studio hingegen bietet eine sehr einfache Einbindung von Twitpic. Bei Twittia gibt’s als Special die Einbindung des aktuell bei Last.fm gehörten Titels.

twittia
Twittia – ähnlich wie Nambu oder Lounge, aber nur für einen Account

Systemvoraussetzungen: ???
Download: Twittia 1.0 beta
Lizenz: OpenSource

Twitter Studio ist eigentlich ein sehr vollständiger Client, leider ist er mir beim Testen dreimal abgestürzt und mag mir auch vom Interface nicht gefallen.

twitter-studio
Twitter Studio: quietschbunte Icons

Systemvoraussetzungen:
Download: Twitter Studio
Lizenz:Freeware


Canary, NatsuLion, Tototl – die OpenSource-Twitterer

canary-iconnatsulion-icon tototl-icon

Diese drei Twitter-Programme sind OpenSource und bieten alle ein etwas schmaleres Feature-Set. Das Handling von Hashtags beherrschen sie alle nicht. Canary bietet allerdings  eine Besonderheit bei den Link-Verkürzern: man kann aus 8 verschiedenen Diensten wählen und auch dortige User-Accounts verknüpfen. Außerdem kann Canary ISBN-Nummern direkt verlinken. Bei NatsuLion kann man den aktuellen iTunes-Titel in den Tweet einfügen. Tototl wirkt etwas unreif, und bietet – außer drei verschiedenen Themes – keine nennenswerten Besonderheiten.

canary
Canary

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5
Download: Canary 1.0 beta 2
Lizenz: OpenSource

natsulion
NatsuLion

Systemvoraussetzungen: 10.5
Download: NatsuLion 1.12 beta
Lizenz: OpenSource

tototl
Tototl

Systemvoraussetzungen: ???
Download: Tototl 1.6.2
Lizenz: OpenSource


Pwitter und Syrinx

pwitter-icon syrinx-icon

Pwitter und Syrinx bieten ebenfalls nur Grundfunktionen, wobei Pwitter in der Grundeinstellung im dunklen HUD-Design daherkommt. Bei der großen Konkurrenz fällt mir allerdings kein Argument ein, eines dieser beiden Programme zu verwenden.

pwitter
Pwitter im HUD-Design

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5
Download: Pwitter 1.1
Lizenz: ???

syrinx
Syrinx

Systemvoraussetzungen: OS X 10.5
Download: Syrinx 1.3
Lizenz: Donationware


Scalaris – der Minimale

scalaris-icon

Die meisten Twitterer melden Statusänderungen auch via Growl. Scalaris geht da einen radikalen Weg: es liefert neue Tweets grundsätzlich nur per Growl aus. Eine kleine Eingabemaske für eigene Tweets kann über einen Tastatur-Befehl oder das Menüleisten-Icon aufgerufen werden. Ein sympathischer Minimal-Client für Gelegenheits-Twitterer.

scalaris
Scalaris: alle Tweets per Growl

Systemvoraussetzungen: ???
Download: Scalaris 1.0 beta 4
Lizenz: ???

Update 21.04.2009: Wie konnte ich Twitterific – das Urgestein der OSX-Twittere – übersehen? Da es wie Tweetie auch eine werbebasierte, uneingeschränkte Testversion bietet, sei es hier noch angehängt:

Twitterific – das Vorbild

twitterific-icon

Twitterific von Iconfactory wurde bereits im Januar 2007 veröffentlicht, ist also einer der ersten Twitter-Clients. Er bietet auf kleinstem Raum alle Grundfunktionen, hat als Besonderheit eine extrem komprimierte Kurzansicht und kann – wenn auch etwas umständlich mittels „Change Login“ – mehrere Accounts verwalten. Unübersehbar: Twitterific dürfte Pwitter als Inspiration gedient haben…

twitterrific
Twitterific – hier mit Werbeeinblendung

Systemvoraussetzungen: OS X 10.4
Download: Twitterific 3.2
Lizenz: Shareware $ 14,95 (+ werbefinanzierte, kostenlose Version)

Die Features auf einen Blick

Und hier noch das komplette Dutzend alle 13 Programme mit allen Features in der Übersicht:

twitter-clients
(per Klick vergrößern)

FinderPop – der Finder im Kontextmenü

Irgendwann muss ich mir das Kontrollfeld FinderPop installiert und dann vergessen haben. Erst neulich an einem fremden Mac fiel mir auf, dass dort viele Kontextmenü-Funktionen fehlten, die ich schon längst ins tägliche Arbeiten integriert hatte.

finderpop-icon

FinderPop bietet nämlich ein paar äußerst hilfreiche Erweiterungen für Freunde der rechten Maustaste. So kann man z.B. im Finder bei Rechtsklick auf den Desktop, eine Datei oder die Menüzeile zusätzliche Menüeinträge finden mit so genannten „Finder Pop Items“. Dies ist ein Ordner, in dem man z.B. Aliasse häufig benutzter Dateien oder Ordner ablegen kann.

finderpop

Das interessante daran: wenn man bei Rechtsklick auf eine Datei dieses Menü öffnet, dann durch die aufspringende Ordnerstruktur navigiert und die Maustaste am Zielordner loslässt, springt folgender Dialog auf:

finderpop-dialog

Dies ist nur eine von vielen praktischen Funktionen. Weitere findet man in den vielfältigen Einstellungen. Eine fortgeschrittene Nutzungsart ist z.B., Shell-Skripte in ein FinderPop-Verzeichnis zu legen, die dann auf die ausgewählte Datei angewendet werden können.

finderpop-prefs

Sehr sympathisch ist auch das Lizenzmodell: FinderPop ist „Pintware“. So äußert Autor Turly O’Connor seinen Wunsch, ihm für die an sich kostenlose Software eine Spende für zwei Pint Stout auszugeben…

Systemvoraussetzungen: OS X 10.4 (Universal Binary)
Download: FinderPop 2.2
Lizenz: „Pintware“, Freeware

Adium – Messaging bis zum Abwinken

Eigentlich müsste ich mal eine Reihe starten: „Freeware, die sowie jeder kennt – und die ich trotzdem (oder gerade deshalb) nicht vorgstellt habe“.

Adium Icon

Der OpenSource Instant Messaging Client Adium ist ein gutes Beispiel dafür. Dachte ich bisher „wozu Instant Messaging, ich habe doch Skype – und ICQ ist eh nur für Teenies“ wurde ich durch die Installation eines firmeninternen Jabber-Servers eines besseren belehrt. Flugs wurde die vorhandene Adium-Version auf den neuesten Stand gebracht und schon quakte mich die kleine Ente an. (Neidvolle Blicke von den Windows-Kollegen auf das schicke Interface…)

adium-prot

Die Protokolle und Dienste, die man mit Adium bedienen kann: AOL Instant Messenger, ICQ, MobileMe (.Mac), MSN Messenger, Jabber, Google Talk, LiveJournal, Yahoo! Messenger, Bonjour, MySpace IM, Facebook Chat, Lotus Sametime, Novell Groupwise, QQ, Gadu-Gadu

Adium beherrscht alle verbreiteten Protokolle, kann beliebige Konten verwalten und vereint auch mehrere Chats bei verschiedenen Diensten gleichzeitig in verschiedenen Tabs in einem Fenster. Eine zentrale Adressverwaltung (natürlich mit Anbindung an das Apple-Adressbuch) fasst ebenfalls die Kontakte über alle Systeme hinweg zusammen.

adium-konten-1
Kontenverwaltung in Adium (hier ICQ, iChat, Jabber und  Skype)

Das Besondere an Adium ist die Erweiterbarkeit und Anpassbarkeit mit aktuell mehr als 3.200 Icon-Sets, Plug-Ins, Themes, Skripten etc., die von einer großen Entwickler-Community zur Verfügung gestellt werden. Sie finden sich unter Adiumxtras.com.

Darunter auch ein Skype-Plugin, das das Kunststück vollbringt, das proprietäre Skype via Adium zu bedienen. Dieses bedient sich zwar des Tricks, dass Skype im Hintergrund laufen muss, aber die Skype-Kontakte werden ebenso integriert, wie die Skype-Chat-Fenster. Wer Skype nur zum Chatten verwendet, und auf weitere Protokolle angewiesen ist, kann hier alles bequem zusammenfügen.

adium-chatpref

Eine ausgezeichnete und aktuelle Dokumentation im zugehörigen Wiki rundet das Programm ab.

Systemvoraussetzungen: OS X 10.4 (ältere Versionen auch für 10.3.9 und 10.2)
Download: Adium 1.3.3 (Universal Binary)
Lizenz: OpenSource