Picasa – Googles mächtiger Fotomanager nun auch für OS X

Die Veröffentlichung von Googles Foto-Verwaltung Picasa für OS X hat ja bereits für ein ordentliches Rauschen in der Blogosphäre gesorgt. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, mich mit dem Programm vertraut zu machen. Und mein bisheriges Urteil ist zwiespältig.

picasa-icon

Mit iPhoto habe ich ja schon vor einiger Zeit abgeschlossen, so dass der Weg für eine neue Bilderverwaltung eigentlich frei wäre. Doch schon beim Start fällt störend auf: das Interface ist überhaupt nicht Mac-like, es wirkt eher wie eine Browser-Anwendung. Die grundsätzliche Anordnung der Elemente ist aber ähnlich wie bei iPhoto. Positiv: die Ordnerstruktur der Festplatte kann als Ordnungsprinzip beibehalten werden, Picasa kopiert und verschiebt nichts. Zusätzlich kann man in der Datenbank über die Ordnergrenzen hinweg so genannte „Alben“ anlegen.

picasa-screen-1

Beim ersten Start sucht das Programm (so man es zulässt) nach allen Bilddateien auf dem Rechner, was erstmal zu einer erheblichen Systemlast führt. Über den Folder Manager kann man allerdings sehr detailliert einstellen, welche Bilder überhaupt in die Datenbank aufgenommen werden sollen, so dass man den Datenwust auch nachträglich gut bereinigen kann.

picasa-folder

Leider werden Veränderungen an Unterordnern bei mir nicht zuverlässig erkannt, so dass ich den ein oder anderen Unterordner nochmals separat zur Überwachung hinzufügen musste. Dann aber bekommt man eine sehr schöne Thumbnail-Übersicht, die sich gut browsen lässt. Die Feature-Vielfalt allein in der Bildpräsentation ist schon riesig. Da kann man nach Fotos mit Gesichtern filtern (!), Diashows starten, Diashows als Filme generieren, Collagen, Wallpapers und Posters  in den unterschiedlichsten Ausprägungen generieren… Das Tagging ermöglicht zusätzliche Such- und Filtermöglichkeiten, wobei die Tags vorbildlich sowohl in die bildeigenen IPTC-Daten als auch in die systemeigenen Spotlight-Kommentare eingetragen werden. (Feature-Übersicht im Video)

picasa-collage

In der Bildbearbeitung bietet Picasa ebenfalls ein riesiges Angebot an Funktionen. Von der (recht guten) automatischen Rotaugenkorrektur über diverse Bildeffekte bis hin zur vollautomatischen Bildoptimierung  – in Google-Sprech die „I’m Feeling Lucky“-Funktion genannt. Sämtliche Änderungen werden übrigens vorerst nur in der Datebank vorgenommen und können jederzeit rückgängig gemacht werden. Erst beim ausdrücklichen Speichern wird man gefragt, ob ein Backup des Originals gemacht werden soll.

Die Anbindung an Googles Webdienst Picasa Web Albums ist natürlich integriert, eine Anbindung von Flickr wird es naturgemäß leider nicht geben. Aktuell fehlt in der Mac-Version auch noch die Möglichkeit zum Geotagging via GoogleEarth, aber das ist sicher nur eine Frage der Zeit.

Fazit: ganz perfekt ist Picasa nicht, aber wegen seines intelligenten Umgangs mit Originalmaterial und vorhandenen Ablage- und Ordnungssystemen weit sympathischer als iPhoto. Ein Umstieg von meiner Finder-basierten Bildverwaltung ist möglich aber nicht zwingend und vor allem: nicht unumkehrbar. Also teste ich mal weiter…

Systemvoraussetzungen: OS X 10.4.9
Download: Picasa 3.0.1.321
Lizenz: Freeware

12 thoughts on “Picasa – Googles mächtiger Fotomanager nun auch für OS X”

  1. zeigt zwar auch DNG ( RAW ) Dateien.
    Liest aber leider die XMP nicht aus.
    Modifikationen am Bild werden also bei RAW nicht gezeigt.
    Da ich aber fast nur Rohdatenbilder habe, ist Picasa leider nur bedingt für mich geignet.
    Für den JPG Fotografen aber ein recht ordentliches Bildverwaltungs-Tool mit vielen Zusatzfeatures ( z.B. CD Erstellung usw. )

  2. ich hab Picasa mal getestet und bin von der hohen CPU-Auslastung ziemlich schockiert: nachdem ich Picasa gestartet habe, schaltet sich der Lüfter meines Macbooks an und dreht auf Hochtouren. Die CPU-Last vom Picasa-Prozess geht auf fast 200% hoch. Unter Windows ist das keinesfalls so.

  3. @Horatio
    läuft Windows auch auf dem Macbook ? oder auf einem anderen Rechner ?
    Evtl. ist das Lüfter-Problem nur während des Indexierungsvorgangs – der ist sicher recht Rechnerintensiv. Im laufenden Betrieb fällt mir hier am Macbook nix auf.
    Allerdings heult mein Lüfter beim betrachten von Filmen z.B. Fototv.de zeitweise auf.
    Die Grafik im alten weißen MB ist halt eher schwach.

  4. @augschburger
    sorry hab mich nicht besonders deutlich ausgedrückt: Windows auf einem anderen Notebook (welches übrigens mehrere Jahre alt ist, Intel Celeron 1,5 GHz mit einer billigen Intel onboard Grafikkarte).
    Also ich dachte, dass die Indizierung vorbei ist, wenn unten rechts keine Einblendung mehr zu sehen ist. Jedenfalls bleibt auch danach die CPU-Auslastung so hoch.
    Auch wenn ich im Folder Manager auf „Scan once“ stelle ändert sich daran nichts. Und die „special effects“ habe ich auch ausgeschaltet.

  5. Endlich kann ich mein Lieblingsprogramm wieder nutzen. Bin vor Monaten von Windows zu Mac OS X gewechselt und freue mich schon das Programm heute bei mir zu testen :)

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