Lynx – browsen wie zu „Großvaters Zeiten“

Zugegeben: diese Software braucht nicht jeder. Wer aber mal Internet-Geschichte live erleben möchte oder auch nur einen superschnellen Textbrowser für das Internet benutzen möchte, der ist mit dem Browser-Urgestein Lynx bestens bedient.

lynx_command_logo.png

Für Webentwickler, die sich den reinen Textinhalt anschauen möchten bzw. einen Eindruck davon bekommen möchten, wie Suchmaschinen ihre Seite sehen, ist er schon fast Pflicht. (Nicht umsonst gibt das allseits bekannte Online-Tool LynxViewer, das genau dieses Browsen simuliert)

Lynx läuft als Programm im Terminal und ist mit Anfängerkenntnissen nicht ohne weiteres zu installieren. Zum Glück bietet das GNU Mac OS X Public Archive ein Installer-Package an, mit dem Lynx ganz OS-X-like installiert werden kann. Nach der Installation bekommt man noch ein kleines Terminal-Skript, das mit einem Doppelklick zuerst das Terminal und dort den Lynx-Browser startet.

lynx_terminal_fenster.png

Ab nun heißt es: Maus ade! Gesurft wird nur noch mittels Tastatur – und das natürlich sehr schnell. Die wichtigsten Befehle werden im Novizen-Modus in der Fußzeile angezeigt.

Eine kleine Hürde muss der deutsche User noch nehmen. Die deutschen Sonderzeichen werden falsch dargestellt, deshalb muss in den Optionen noch das „Display Charset“ auf „UTF-8“ umgestellt werden. Dazu öffnet man mittels „O“ die „Optionen“, navigiert dort mittels Cursortasten zum entsprechenden Menüpunkt, wählt das neue Charset aus und bestätigt mit dem Link „Accept Changes“. Nach dem nächsten Lynx-Start passt alles.

Ein kleiner Tipp noch: in dieser Options-Datei (die übrigens unter „~/.lynxrc“ gespeichert wird) kann man, wenn man sie im Texteditor öffnet, noch weitere Einstellungen vornehmen

So kann man dort z.B. die Nummerierung der Links (wie im Screen oben) einstellen. Dies ist sehr praktisch, da man zukünftig nicht mehr per Tasten die einzelnen Links abklappern muss, sondern nur die Ziffern in die Adresszeile eingeben muss. Dies stellt man so ein:

# keypad_mode=LINKS_ARE_NOT_NUMBERED
keypad_mode=LINKS_ARE_NUMBERED

D.h. die Konfiguration „LINKS_ARE_NOT_NUMBERED“ wurde mit dem „#“ auskommentiert und der neue Eintrag „LINKS_ARE_NUMBERED“ legt die neue Einstellung fest.

Mutige finden auch noch die globale Konfigurationsdatei (3400 Zeilen!) unter usr/local/lib/lynx.cfg“, in der man weitere Konfigurationen vornehmen kann.

Download: Lynx Text Web Browser 2.8.6
Systemvoraussetzungen: 10.2 bis 10.4

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2 Kommentare zu “Lynx – browsen wie zu „Großvaters Zeiten“”

  1. Wie im Artikel bereits erwähnt ist IMHO der lynx für jeden Webdesigner Pflicht. So sehen bots und handys eine Webseite.

    Interessant ist der lynx auch immer noch in Ländern mit geringer Bandbreite.

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